Pilotprojekt iamo
Automatisiertes Fahren - mit Batix
iamo im Furttal: Was Batix zum Start des Passagierbetriebs beigetragen hat
Ab dem 28. September 2026 können Fahrgäste im Furttal erstmals in der Schweiz selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Personenverkehr buchen. Der Pilotversuch «iamo – intelligente automatisierte Mobilität» geht damit in die entscheidende Phase. Fahrgäste buchen ihre Fahrt über die App «iamo», drei Personenwagen bedienen dafür knapp 100 Haltepunkte in Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen. Was im Hintergrund läuft, sieht man dem Angebot nicht an: Ein grosser Teil der IT-Strategie und der operativen Umsetzung stammt von der Batix Schweiz AG.
IT-Projektleitung und Koordination mit Behörden
Batix übernahm die Projektleitung für die IT-seitige Umsetzung von iamo und koordinierte die Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Im November 2025 erteilte das Bundesamt für Strassen (ASTRA) dem Pilotversuch die Bewilligung zum automatisierten Fahren, ein zentraler Meilenstein. Möglich wurde das durch die enge Zusammenarbeit zwischen den vier Projektpartnern und den Behörden.
Infrastruktur und App-Implementierung
Auch die technische Infrastruktur hinter iamo hat Batix massgeblich aufgebaut, von der Buchungslogik in der App bis zur Anbindung an die Fahrzeugflotte. Die App «iamo» übernimmt Buchung, Abholung und Zielführung für bis zu drei Fahrgäste pro Fahrzeug innerhalb des Betriebsgebiets. Dazu kommt ein Data Warehouse, das Batix konzipierte und aufbaute: Es sammelt die Fahr- und Betriebsdaten aus dem Pilotversuch zentral und macht sie auswertbar. Dahinter steht eine Systemlandschaft, die zuverlässig funktionieren muss. Denn ab Betriebsstart sind Fahrgäste ohne Umwege auf sie angewiesen.
Datenschutz und Cybersecurity
Bei einem Projekt, das Standortdaten und Buchungsverhalten von Fahrgästen verarbeitet, ist Datenschutz kein Nebenschauplatz. Batix erarbeitete und implementierte das Datenschutz- und Cybersecurity-Konzept für iamo, mit dem Ziel, sensible Personendaten durchgehend zu schützen. Das betrifft die App-Nutzung ebenso wie die Datenflüsse zwischen Fahrzeugen, Leitstelle und Backend.
Training, Testing und Operations Management
Der aktuelle Betrieb baut auf umfangreichen Trainings und Tests auf. Seit November 2025 waren bis zu drei Fahrzeuge selbstfahrend im regulären Strassenverkehr unterwegs, zu unterschiedlichen Tageszeiten, Wetterlagen und Verkehrsaufkommen. Batix begleitete diese Trainingsphase und baute das Operations Management für den laufenden Betrieb auf. Jeden Einsatz dokumentierte und wertete Batix aus, um das Fahrverhalten der Fahrzeuge laufend weiterzuentwickeln.
Wie es weitergeht
Im nächsten Projektschritt ergänzt iamo die Flotte durch Kleinbusse, mit dem Ziel, Fahrten ganz ohne Sicherheitsperson an Bord zu ermöglichen. Die Fernüberwachung übernimmt dann geschultes Personal aus der zentralen Leitstelle von Eurobus, vorausgesetzt das ASTRA erteilt die entsprechende Freigabe. Die aktuell eingesetzten Personenwagen behalten während des gesamten Passagierbetriebs eine Sicherheitsperson an Bord. Ein fahrerloser Einsatz der Prototyp-Fahrzeuge wäre unverhältnismässig aufwendig.
Wenn am 28. September die ersten Fahrgäste einsteigen, sehen sie ein einfaches Interface und ein Fahrzeug, das pünktlich da ist. Was dahinter an Koordination, Code und Cybersecurity-Arbeit steckt, bleibt für sie unsichtbar, und genau das ist der Massstab, an dem sich Batix bei iamo messen lässt.
Über das Projekt
Das Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau und die SBB bereiten den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge im Pilotprojekt «iamo - intelligente automatisierte Mobilität» im Furttal vor. Die Projektpartner haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Zukunft der Mobilität aktiv mitzugestalten. Die Projektpartner sind überzeugt, dass automatisierte Angebote insbesondere im ÖV grosse Chancen bieten. Sie können potenziell kostengünstig und flexibel betrieben werden. Dadurch lässt sich vor allem in ländlichen Gebieten und Agglomerationen das Angebot weiter verbessern. Die Technologie zum automatisierten Fahren hat in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte gemacht.
Unser Beitrag
Aus dem Limmattal für das Furttal
Als lokal verankertes Unternehmen im Limmattal – dem Nachbartal des Furttals – ist es der Batix ein besonderes Anliegen, die Mobilität in der eigenen Region aktiv mitzugestalten.
Unser Beitrag: Netzwerk, Digitale Infrastruktur & Datensicherheit
Automatisierte Fahrzeuge erzeugen grosse Datenmengen – und die müssen sicher, transparent und verantwortungsvoll verarbeitet werden. Unser Co-CEO Dirk Apel hat die Verantwortung für die zentralen Themen Datenschutz, Cybersecurity und IT übernommen.
Projektverlauf
Projektinitiierung
Mitte 2024Gründung des Konsortiums und Definition der Projektziele
Projektstart
Dezember 2024Offizieller Beginn des Pilotprojekts iamo
Cloud & IT-Infrastruktur
2025Aufbau der Schweizer Cloud nach höchsten Sicherheitsstandards
Datenschutz & DSFA
2025Erstellung der Datenschutzfolgeabklärung und ISDS-Konzept
Pilotbewilligung
November 2025Erteilung der Pilotbewilligung durch das ASTRA
Testphase
Ende September 2026Während der Testphase sind die beiden Fahrzeuge komplett automatisiert unterwegs - anfangs wird noch ein Sicherheitsfahrer mit an Bord unterwegs sein, bevor die Fahrzeuge später erstmals ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs sein werden.
Öffentlicher Betriebsstart
28.September 2026Ab dem 28. September 2026 können Fahrgäste im Furttal erstmals in der Schweiz selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Personenverkehr buchen – über die App «iamo», an knapp 100 Haltepunkten in Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen.
Ausbau mit Kleinbussen
Erweiterung der Flotte um Kleinbusse für Fahrten ganz ohne Sicherheitsperson an Bord, vorbehältlich ASTRA-Freigabe

Innovationsprojekt mit hohem Fokus auf IT
Die Basis für den Fahrzeugbetrieb ist eine abgesicherte IT-Infrastruktur. Diese umfasst die Definition der Gesamtarchitektur sowie die Auswahl, den Aufbau, das Testen, die Absicherung und das Monitoring der Cloud-Umgebung, Plattformen sowie der Netzwerk- und Kommunikationslösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf sorgfältigen Datenschutzabklärungen. Informationssicherheit und digitale Souveränität sind zentrale Voraussetzungen für Vertrauen in automatisierte Mobilität.
Riesige Mengen an Daten müssen effizient und sicher verarbeitet und gespeichert werden. Hierfür wurde eine eigene Schweizer Cloud nach höchsten Sicherheitsstandards aufgebaut. Als gut vernetzter IT Spezialist hatte die Batix hierfür genau den richtigen Partner im Netzwerk. Gemeinsam mit den Spezialisten der UMB wurde die Cloud Infrastruktur entworfen und umgesetzt.
Gesamtheitlicher Blick auf die IT Stategie
Neben der Cloud galt es viele IT Teilaspekte des Projekt auszugestalten und umzusetzen - von der Buchungs-App von IOKI bis hin zur On Premise Installation der Teleoperationsarbeitsplätze. Als Mitglied des Steering Board und ISDS-Stabsstelle ist unser Co-CEO Dirk Apel für alle IT-Belange verantwortlich, hat seine Expertise eingebracht und hat sichergestellt, dass die Umsetzung den höchsten Standards entspricht.
Datenschutz und Cybersecurity auf höchstem Level
In dem Projekt stellen sich viele datenschutzrechtliche Fragen. Recht schnell war klar, dass eine Datenschutzfolgeabklärung (DSFA) erstellt werden muss. Hierfür haben wir mit Tim Beck einen erfahrenen Partner aus unserem Netzwerk zugezogen. Gemeinsam mit den Datenschutzexperten des Kanton Zürich und den Rechtsexperten von Walder Wyss wurde die Leitplanken für das Projekt definiert.
Die Anforderungen verändern sich je nach Projektphase – von der «Kartierung» über das «Training» und «Testen» bis hin zum «öffentlichen Betrieb». Während der gesamten Projektdauer werden Massnahmen getroffen, um Datenschutz und IT-Sicherheit zu gewährleisten. Am Fahrzeug angebrachte Sensoren und Kameras (Lidar, Kamera, GPS) erfassen Umgebungsdaten für die Navigation. Personenbezogene Daten wie Gesichter oder Kennzeichen können technisch erfasst werden, werden jedoch unmittelbar im Fahrzeug anonymisiert, indem sie automatisch unscharf gemacht werden.
Ausgehend davon, wurde ein umfangreiches Informationssicherheit und Datenschutz (ISDS) Konzept erarbeitet. Natürlich wurden auch die notwendigen technischen und organisatorischen Massnahmen (TOMs) entwickelt. Nach dem Motto "seeing is believing" wurde sämtliche Elemente der IT in mehreren Wellen intensiven Prüfungen und Audits unterzogen. Das Resultat ist eine Datenverarbeitung, die höchste Standards erfüllt und ein hohes Bewusstsein aller Beteiligten für die Sicherstellung des Datenschutzes.
Begleitung der Testphase
Nach der Erteilung der Pilotbewilligung befindet sich das Projekt aktuell in der Testphase. Während der Testphase sind die beiden Fahrzeuge komplett automatisiert unterwegs. Anfangs wird noch ein Sicherheitsfahrer mit im Fahrzeug sitzen, bevor die Fahrzeuge später erstmals ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs sein werden. Die Fernüberwachung der Fahrzeuge erfolgt dann über eine zentrale Leitstelle bei Eurobus.
Auch in dieser Phase ist die Batix im Projekt involviert. Das Bundesamt für Strassen ASTRA benötigt eine Vielzahl von Informationen und Daten aus dem Projekt. Um die notwendige Datenerfassung einfach und effizient durchführen zu können, hat die die Batix mit Hilfe von ZOHO Creator eine mobile App entwickelt. Mit dieser können die Testfahrten dokumentiert und ausgewertet werden.
Zudem erstellt die Batix aktuell ein Konzept für ein Data Warehouse. In dem Data Warehouse sollen relevanten Daten aller System anonymisiert gespeichert und so aufbereitet werden, dass die Projektpartner und die Forschungspartner ZHAW und KIT die Projekt- und Forschungsfragen beantworten können.
Gemeinsam mit dem Swiss Transit Lab Zukunft bewegen
Für uns ist das Projekt ein Highlight in der Historie der Batix. Nicht oft kommt die Gelegenheit bei einem Leuchtturmprojekt mitzuarbeiten, welches die Mobilitäts-Geschichte der Schweiz verändern und im kollektiven Gedächtnis verbleiben wird. Dazu kommt, dass das Pilotgebiet das Nachbartal unserer Heimat Limmattal ist und somit ein regionaler Bezug besteht. Das Projekt findet quasi vor unserer Haustüre statt.
Beteiligte von Batix
Dirk Apel
Senior Berater & Projektleiter
Enis Altinok
Junior Berater
Tim Beck
Berater & Business Case Developer
Addonware
Mauricio De Sousa
Leiter Consulting
Unsere Leistungen
ASTRA Reporting App
Für das Bundesamt für Strassen ASTRA werden im Projekt umfangreiche Daten erfasst und Reportings erstellt. Hierfür musste eine Lösung gefunden werden. Die Batix hat mit Hilfe von ZOHO Creator eine mobile App entwickelt und bereitgestellt.
ZOHO CreatorIT Strategieberatung
Als Teilprojektleiter für die Bereiche IT, Datenschutz und Cybersecurity hat unser Co-CEO Dirk Apel die IT Strategie für das Projekt definiert, die richtigen Partner ausgewählt und die Umsetzung der Strategie sichergestellt.
IT StrategieberatungDatenschutz
Für das Projekt haben wir gemeinsam mit unserem Partner Addonware eine detaillierte Datenschutzfolgeabklärung (DFSA) und ein ISDS Konzept sowie die notwendigen technischen und organisatorischen Massnahmen (TOMs) realisiert.
Datenschutz Beratung